Sie sind hier: Startseite > Veröffentlichungen > Bilder und Berichte > Schottlands "Castle Trail"

Schottlands "Castle Trail"

Zierliche Schlösser und Trutzburgen

In Nordosten Schottlands liegt der bekannte "Castle Trail". Hier reihen sich die prächtigsten Schlösser und Burgen der britischen Inseln aneinander.

Von Kriegen verschont

Die Gegend um Aberdeenshire, auch die kleinen Highlands genannt, hat die erbitterten Kriege der Vergangenheit weitgehend unbeschadet überstanden. Darum findet man hier auch die schönsten und besterhaltenen historischen Bauwerke des ganzen Königreichs.

Durch die optimale Beschilderung und die kurzen Fahrtwege ist es möglich, bis zu vier Schlösser pro Tag zu besichtigen, und das ganz ohne Stress. Am besten besorgt man sich schon beim ersten Stop eine Landkarte des Trails, auf dem alle Sehenswürdigkeiten eingezeichnet sind. Man sollte vor allem auf das Angebot des so genannten Castle-Pass achten, mit dem man in vielen, aber leider nicht allen Schlössern vergünstigten Eintritt erhält. Die Sehenswürdigkeiten sind fast überall von Ostern bis Oktober für Besucher geöffnet.

Glamis Castle

Es wird nicht zu Unrecht als prächtigstes Schloss Schottlands bezeichnet. Der wuchtige und dennoch verspielte Bau kann auch auf eine bewegte Geschichte zurückblicken, ist es doch der Geburtsort von Elizabeth Bowes-Lyon, besser bekannt als Queen Mum. Eingebettet in einen riesigen Park mit wunderschönen Gartenanlagen ist es vor allem im Sommer ein absoluter Fixpunkt für jeden Castle-Trailer. Eine Innenbesichtigung ist unbedingt anzuraten, die Ausstattung ist einzigartig! Nebenbei weist das Schloss auch eine erkleckliche Liste an Schlossgeistern auf, glaubt man den Schotten, soll es das meistbespukte Schloss in ganz Schottland sein.

Dunnotar Castle

Den Titel der dramatischsten Burgruine Europas dürfte dieses Bauwerk wohl innehaben, trohnt es doch auf einem Felsen im Meer, der nur über einen schmalen Pfad zu erreichen ist. Obwohl von der Burg nur noch die Mauern erhalten sind, lässt sich die ehemalige Größe und Bestimmung noch gut erahnen. Im 16. Jahrhundert sollen hier sogar die schottischen Kronjuwelen vor den Truppen von Oliver Cromwell versteckt worden sein. Diesen atemberaubenden Flecken Erde sollte sich kein Schottland-Tourist entgehen lassen. Die Kulisse der Steilküste, das Geschrei der Möwen und der allgegenwärtige Wind lassen einen sofort eintauchen in längst vergangene Zeiten.

Cragievar Castle

Cragievar Castle mutet wie ein richtiges Märchenschloss an. Die Bezeichnung Castle ist hier jedoch nicht ganz treffend, denn es handelt sich eigentlich um ein sogenanntes Turmhaus, das ehemals ausschließlich als Wohnraum genutzt wurde. Als Schutz gegen Angriffe wurde es jedoch in die Höhe gebaut, sodass auf relativ geringer Fläche vier Stockwerke entstanden. Eine Innenbesichtigung ist empfehlenswert, man staune über den Einfallsreichtum der ehemaligen Bewohner, um dieser kleinen Fläche das Maximum an Wohnraum abzutrotzen. Ein wunderschöner Park und eine fantastische Aussicht aus dem obersten Stockwerk tun ihr übriges zu einem gelungenen Erlebnis.

Castle Fraser

Dieses prächtige Schlösschen diente im Jahr 2006 im Film die Queen als Kulisse. Es wurde in der Vergangenheit ständig erweitert und umgebaut, sodass es heute eine stattliche Größe aufweisen kann. Eine Innenbesichtigung lohnt sich hier besonders, es ist mit viel antikem Mobiliar liebevoll ausgestattet.

Kildrummy Castle

Einst war diese Burgruine die älteste Normannenburg der britischen Insel. Die verbliebenen Mauern sind auch heute noch atemberaubend. Die gotischen Fenster der einstigen Kathedrale wurden mit viel Aufwand restauriert und sind der Blickfang schlechthin. Im Rittersaal existiert sogar noch eine steinerne Bank, die an der Wand entlang verläuft. Die einsame und exponierte Lage der Ruine und der Wind, der durch die Mauerritzen pfeift, lassen einen diese Besichtigung nicht so schnell vergessen.

Balvenie Castle

Der Besuch dieser eindrucksvollen Ruine lässt sich hervorragend mit einem Ausflug zur Whisky-Brennerei Glennfiddich in Dufftown verbinden, sie liegt nämlich hinter einem kleinen Hügel versteckt direkt daneben. Eher wenig frequentiert, kann man sich in Ruhe in den historischen Gemäuern umsehen. Von der Burg stehen weitgehend noch die Außenmauern, die die Größe der Anlage erahnen lassen. Ein Highlight ist die gut erhaltene Forderfront, die sogar noch intakte Innenräume und Treppenhäuser aufweist. Der Gruselfaktor in den dämmrigen Räumen ist garantiert!